Archiv für August 2006

Kommunalwahlen 2006

Dürfen demokratisch gewählte Politiker Andersdenkende aus der Stadt jagen? Jetzt abstimmen!

Gefahren beim Pendeln

Nicht nur der Terrorismus gefährdet uns auf dem Weg zur Arbeit, sondern auch unberechenbare Statuen.

Schäuble wie er singt und lacht

Laut Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble ist es völlig unklar, wie viele potenzielle Terroristen in Deutschland leben: „Wir wissen gar nicht, wen wir hier alles noch haben“, sagte Schäuble am Samstagabend dem ZDF. Nach der Festnahme eines Terrorverdächtigen in Kiel sei die Sicherheitslage in Deutschland „ungewöhnlich ernst“. Wann es bei den zuständigen Behörden wieder gewohnt spaßig zugehen soll, ließ der Minister offen.

Urlaub für Besserverdienende

Die Bundesbürger müssen laut Bundesfinanzminister Peer Steinbrück in den nächsten Jahrzehnten auf ihren Urlaub verzichten und das Geld in Alter, Gesundheit und Pflege investieren. „Wir müssen wieder mehr an unser Land und weniger an unsere Einzelinteressen denken», so Steinbrück.
Auch die Besserverdienenden könnten dazu ihren Beitrag leisten. Sie rief der Minister auf, öfter und länger in den Urlaub zu fahren und dort auf möglichst großem Fuß zu leben, um die Steuerausfälle in der Tourismusbranche zu kompensieren.

In eigener Sache


Mehr Urlaub, weniger Arbeit – ein Thema in der nächsten SUMPFPOST

Meinung und Hintergrund

Die SUMPFPOST äußert sich nun auch zur Debatte um Schriftsteller und ihre militärische wie zivile Gegenwart und Vergangenheit. Dazu gibt es außerdem noch schönes Exclusivmaterial.

Kalte Rotten und die Folgen

Unter der vielversprechenden Schlagzeile „Sander will den ganzen Müll verbrennen“ berichtet heute die Hannoversche Allgemeine Zeitung (fortan wegen Überlänge Hannoversche Allgemeine genannt) über die Probleme, die sogenannte Kalte Rotten mit sich bringen. Die Hannoversche Allgemeine zitiert den niedersächsischen Umweltminister Hans-Heinrich Sander: „Es gibt zu wenig Verbrennungsmöglichkeiten und die kalten Rotten funktionieren nicht.“ Sander habe aber, so die Hannoversche Allgemeine, auch eine Lösung parat: „Sinnvoll wäre es, ganz auf Verbrennung umzusteigen.“
Hintergrund: seit dem 1. Juni darf nach einer Verschärfung der Abfallgesetzgebung kein Müll mehr auf Deponien gekippt werden. Vielmehr muß dieser mechanisch-biologisch vorbehandelt (und hier kommt die Kalte Rotte zum Einsatz) oder einfach verbrannt werden, wie es Sander ja vorschlägt.
Wie der SUMPFPOST NACHRICHTENDIENST bereits berichtete, wird Müll entweder verwertet oder in Rumänien verbrannt; nun greift auch die Hannoversche Allgemeine dieses Thema auf: „Weil die Anlage oft stillstehe, sei schon Müll aus Osnabrück in Litauen aufgetaucht, berichtet Sander.“ Wie groß der Schritt zur Verbrennung dann noch ist, kann sich jeder ausrechnen. Warum den Müll also hier verbrennen, wenn es auch in Litauen oder Rumänien geht? Darauf haben weder Sander noch die Hannoversche Allgemeine eine Antwort. Stattdessen berichtet das Blatt aus Hannover über die Folgen der Unfähigkeit, die Kalten Rotten zu betreiben: „Am schlimmsten hat es die Betreiber der Kalten Rotte in Göttingen-Deiderode erwischt. Teile der Anlage sind zerborsten, sie steht seit Monaten still.“
Auch nach Sander haben die Kalten Rotten keine Zukunft: „Die Betreiber kriegen diese Technik nicht in den Griff.“
Übrigens gebe es diese Probleme laut Hannoversche Allgemeine nur in ehemals rot-grün geführten Ländern, in Süddeutschland hingegen seien genügend Müllverbrennungsöfen vorhanden. Sander meint: „Dort heißt es, warum habt ihr denn so einen Quatsch gemacht?“ Und hier endet der Bericht der Hannoverschen Allgemeinen, weshalb wir betreten zu Boden blicken, dann aber jäh hochfahren, zum Fenster eilen und die für mindestens zwanzig Minuten außer Acht gelassene Straße wieder ins Visier nehmen, denn die gelben Säcke stapeln sich weiter und höher. Vielleicht sollten auch wir eine Verbrennung endlich in Betracht ziehen?

Abfallentsorgung (III)

Liebe Leser, ob Sie das jetzt komisch finden oder nicht, wir jedenfalls können seit einigen Tagen nicht mehr lachen: so sehr wir auch auf die Straße starrten, uns abwechselten, Nachtwachen organisierten, irgendwie ging der „Gelbe-Säcke-Tag“, und zwar komplett, an uns vorbei. Sogar die Hausmülltonnen wurden in der Zwischenzeit geleert. Es könnte natürlich sein, daß unsere Straße einfach noch nicht dran war, dennoch treibt uns die Sorge um (und läßt uns nicht schlafen!), die Müllabfuhr könnte eine kleine Unaufmerksamkeit unsererseits genutzt und die gelben Säcke des ganzen Viertels schnell eingesammelt haben; und wir hätten den „Zonk“, wie manche so sagen. Denken Sie nur! Die gelben Säcke der ganzen Stadt abgeholt, und nur unsere stehen „natürlich“ noch da!
Aufgrund dieser turbulenten Ereignisse ist natürlich an eine längere Abhandlung über die weggeworfene Gesellschaft zur Zeit nicht mal ansatzweise auch nur zu denken. Wir bitten um Verblendnis!

Abfallentsorgung (II)

Liebe Leser, wie angekündigt muß die für morgen oder übermorgen (siehe Ankündigung: „Mittwoch oder Donnerstag“) geplante längere Abhandlung über irgendwas wegen des „Gelbe-Säcke-Tages“ verschoben werden oder zumindest ausfallen. Die gelben Säcke befinden sich noch im Redaktionskeller, doch schon morgen (Mittwoch!) könnte übberraschend das Zeichen zum Herausräumen gegeben werden. Alle Konzentrationen liegen deshalb jetzt auf der Erkundung der Straße. Unsere These stützt sich übrigens auf die bereits herausgestellten gelben Säcke im Zentrum, an dessen Rand die Redaktion sich befindet. „Werden sie heute dort geholt, ist morgen unser Viertel dran“, lautet die Vermutung, die und so recht wie billig erscheint und einleuchtet. Wenn uns mal jemand einen Zettel mit den Terminen schickt, ist auch okay.

Kofferbomben (III)

Laut den VOX-Nachrichten, die soeben laufen, sind immer mehr Hartz IV-Bezieher auf der Suche nach „herrenlosen Flaschen“. Die geben sie dann ab und verdienen sich damit ein paar Euro dazu. Die Agentur für Arbeit hat auf diesen Trend laut VOX-Nachrichten aber schon reagiert. Wie jedes Nebeneinkommen sei auch dieses unverzüglich zu melden und werde an die Sozialunterstützung angerechnet. SUMPFPOST empfiehlt: Lassen Sie sich mit dem Flaschenpfandgeld auch immer eine Quittung geben, damit dann alles ordnungsgemäß abgezogen werden kann.